VERHALTENSPROBLEME

Fragebogen 

Verhaltensprobleme

Der Ursprung von unerwünschtem Verhalten oder Verhaltensproblemen ist häufig vielschichtig. Genetik, Sozialisierung, Deprivation, verschiedene Erziehungsstile, negative Erfahrungen und natürlich der alltägliche Umgang mit dem Hund bestimmen, wie sich unsere Hunde entwickeln und was sie lernen. Die Beziehung und Bindung zum Hundehalter sowie die geistige und körperliche Gesundheit dessen nehmen haben ebenfalls einen grossen Einfluss auf das Verhalten unseres besten Freundes.

Verhaltensweisen sind immer mit entsprechenden Emotionen verbunden und lassen sich langfristig nur korrigieren, wenn auch die negative Emotion des Hundes verändert werden kann.

Vor der ersten Stunde erhalten die Hundehalter einen umfassenden Anamnesebogen, welcher uns bereits im Voraus sehr wichtige Informationen liefert. Beim ersten Treffen findet eine Verhaltensabklärung statt, dies bedeutet, dass wir in verschiedenen Situationen und Übungen genauer anschauen, wie sich die Beziehung zum Hundehalter verhält, ob sich ein Hund auf seinen Menschen verlassen kann und umgekehrt. Ebenfalls testen wir den Umgang mit verschiedenen Emotionen wie z.bsp. Frustration und Umgang mit ungewohnten, aber auch bekannten Situationen. Häufig nutzen wir Videoaufnahmen, um Verhaltensweisen genauer analysieren zu können und den Hundehalter auf die Körpersprache seines Hundes, ungünstiges Handling etc. hinweisen zu können.

Je nach Thematik, ziehen wir eine umfassende Kontrolle des Tierarztes über den gesundheitlichen Zustand des Hundes, mit in die Beurteilung ein. Diese kann beim Haustierarzt oder bei unserem Tierarzt des Vertrauens gemacht werden.

Falls bereits Abklärungen gemacht wurden, bitten wir die Hundehalter, die Berichte dem Fragebogen anzuhängen.

Nach dem ersten Treffen vereinbaren wir gemeinsam wichtige Schritte bezüglich Veränderungen im Alltag, Managementmassnahmen, Verbesserung der Hund- Mensch- Beziehung und Trainingsschritte. Eine engmaschige Betreuung und Begleitung von unserer Seite ist sehr wichtig für das Verfolgen von Lernfortschritten und Veränderungen. Termine finden grundsätzlich zu Beginn alle 1-2 Wochen, bei Verbesserung im Abstand von 3-4 Wochen statt.

Eine Verhaltenstherapie ist meist vielschichtig. Heutzutage haben viele Hunde zu wenig stabile Führung, sind überfordert mit unserem Alltag und können kaum mehr mit negativen Emotionen und Frustration umgehen. Die Ansprüche an unsere Hunde sind in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen, gleichzeitig aber auch die Überflutung an Reizen mit welchen sie, so wie auch wir Menschen, konfrontiert sind.

Ursachen für unerwünschtes Verhalten sind vielfältig:

  • Deprivation

  • Mangelnde Sozialisierung

  • Schmerzen und gesundheitliche Aspekte

  • Falsche Rassewahl

  • Ungünstiges Umfeld

  • Ansprüche des Hundehalters

  • Überbeschäftigung und zu wenig Ruhe und Pausen

  • Reizüberflutung

  • Mangelnde oder unfaire Führung

  • Unfaire und aversive Trainingsmethoden welche auf körperlicher sowie geistiger Gewalt beruhen

  • Nicht passende Erziehungsmethoden

  • Und vieles mehr

 

 

Eine Verhaltensveränderung dauert Wochen bis Monate mit sehr intensivem Training und engmaschiger Begleitung durch uns Fachpersonen. Ebenfalls kann es sein, dass sie Abläufe in ihrem Alltag längerfristig verändern und Kompromisse zum Wohlergehen ihres Hundes eingehen müssen. Bei einer Gefährdung von Personen oder anderen Hunden muss der Hundehalter ebenfalls gewillt sein, Sicherheitsmassnahmen anzunehmen und sich zuverlässig an diese zu halten.

Vereinbarte Trainingsschritte müssen zwingend mehrmals täglich geübt werden und Managementmassnahmen sowie Veränderung im Alltag sind konsequent umzusetzen.

In den praktischen Trainings steht die Verbesserung der Hund- Mensch- Beziehung sowie Veränderung, von negativen Emotionen in Bezug des problematischen Verhaltens, im Vordergrund. Nur wenn die negative Grundemotion in eine positive Emotion umgewandelt werden kann, ist eine Therapie zielführend. Ein Unterdrücken der unerwünschten Verhaltensweise ist einerseits nicht langfristig und führt zudem zu weiteren Verhaltensauffälligkeiten des Hundes. Das Besitzerverhalten ist ebenfalls enorm wichtig für einen Erfolg. Hunde brauchen eine stabile, verlässliche und faire Führung um sich wohl und aufgehoben zu fühlen. Regeln und strukturiere Abläufe sind wichtige «Leitplanken» und vermitteln Sicherheit. Kurzum- eine erfolgreiche Therapie besteht immer aus dem Coaching von Hund und Mensch.

Uns ist bewusst, dass gerade in dieser sehr tiefgreifenden Arbeit auch manchmal negative Gefühle wie Trauer, Angst, Frustration und Wut beim Menschen aufkommen. Nicht immer sind die benötigten Massnahmen im Alltag und das Management, passend für den gewohnten Ablauf des Hundehalters. Wir bemühen uns stets, auch den Menschen in seinen Emotionen abholen zu können und ihn auch diesbezüglich bestmöglich unterstützen zu können.