VERHALTENSPROBLEME

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Der Ursprung von unerwünschtem Verhalten oder Verhaltensproblemen ist häufig vielschichtig. Genetik, Sozialisierung, Deprivation, verschiedene Erziehungsstile, negative Erfahrungen und natürlich der alltägliche Umgang mit dem Hund bestimmen, wie sich unsere Hunde entwickeln und was sie lernen. Die Beziehung und Bindung zum Hundehalter sowie die geistige und körperliche Gesundheit des Hundes und Besitzers haben ebenfalls einen grossen Einfluss auf das Verhalten unseres besten Freundes.

Verhaltensweisen sind immer mit entsprechenden Emotionen verbunden und lassen sich langfristig nur verändern, wenn auch die negative Emotion des Hundes verändert und in eine positive Emotion umgewandelt werden kann.

Die Ansprüche an unsere Hunde sind in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen, gleichzeitig  auch die Überflutung an Reizen mit welchen sie, so wie auch wir Menschen, konfrontiert sind.

Vor der ersten Stunde erhalten die Hundehalter einen umfassenden Anamnesebogen, welcher mir bereits im Voraus sehr wichtige Informationen liefert. 

Je nach Thematik, ziehe ich eine umfassende Kontrolle des Tierarztes über den gesundheitlichen Zustand des Hundes, mit in die Beurteilung ein. Diese kann beim Haustierarzt oder bei meiner Tierärztin des Vertrauens gemacht werden.

Falls bereits Abklärungen gemacht wurden, bitte ich die Hundehalter, die Berichte dem Fragebogen anzuhängen.

Ich arbeite zudem eng mit einer Kinesiologin zusammen, welche bei Mensch & Hund durch ihre Arbeit unterstützend begleiten kann.

Nach dem ersten Treffen vereinbaren wir gemeinsam wichtige Schritte bezüglich Veränderungen im Alltag, Managementmassnahmen, Verbesserung der Hund- Mensch- Beziehung und Trainingsschritte. Eine engmaschige Betreuung und Begleitung von meiner Seite ist sehr wichtig für das Verfolgen von Lernfortschritten und Veränderungen. Termine finden grundsätzlich zu Beginn alle 1-2 Wochen, bei Verbesserung im Abstand von 3-4 Wochen statt.

Eine Verhaltenstherapie ist meist vielschichtig und es muss auf allen Ebenen gearbeitet werden. Dies bedeutet, dass ich nicht nur das Verhalten des Hundes positiv beeinflussen möchte, sondern auch sein Gefühlsleben und die Beziehung zu seinem Halter. 

Eine Verhaltensveränderung dauert Wochen bis Monate mit intensivem Training und engmaschiger Begleitung durch uns Fachpersonen. Ebenfalls kann es sein, dass sie Abläufe in ihrem Alltag längerfristig verändern und Kompromisse zum Wohlergehen ihres Hundes eingehen müssen. Bei einer Gefährdung von Personen oder anderen Hunden muss der Hundehalter ebenfalls gewillt sein, Sicherheitsmassnahmen anzunehmen und sich zuverlässig an diese zu halten.

Vereinbarte Trainingsschritte müssen zwingend nach Plan geübt werden und Managementmassnahmen sowie Veränderung im Alltag sind konsequent umzusetzen.

In den praktischen Trainings steht die Verbesserung der Hund- Mensch- Beziehung sowie Veränderung, von negativen Emotionen in Bezug des problematischen Verhaltens, im Vordergrund. Nur wenn die negative Grundemotion in eine positive Emotion umgewandelt werden kann, ist eine Therapie zielführend. Ein Unterdrücken der unerwünschten Verhaltensweise ist einerseits nicht langfristig und führt zudem zu weiteren Verhaltensauffälligkeiten des Hundes. Das Besitzerverhalten ist ebenfalls enorm wichtig für einen Erfolg. Hunde brauchen eine stabile, verlässliche und faire Führung ( elterliche Fürsorge!!!)  um sich wohl und aufgehoben zu fühlen. Regeln und strukturiere Abläufe sind wichtige «Leitplanken» und vermitteln Sicherheit. Kurzum- eine erfolgreiche Therapie besteht immer aus dem Coaching von Hund und Mensch.

Mir ist bewusst, dass gerade in dieser sehr tiefgreifenden Arbeit auch manchmal negative Gefühle wie Trauer, Angst, Frustration und Wut beim Menschen aufkommen. Nicht immer sind die benötigten Massnahmen im Alltag und das Management, passend für den gewohnten Ablauf des Hundehalters.  Ich bemühe mich stets, auch den Menschen in seinen Emotionen abholen zu können und ihn auch diesbezüglich bestmöglichst unterstützen und begleiten zu können.